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Die M1ND Strategic Design Akademie: Iconstorm im Gespräch

Titelbild: M1ND Strategic Design Akademie

Mit M1ND haben wir bei Iconstorm die erste Akademie für Strategisches Design gegründet. In knapp einem Jahr entwickelten wir ein neues Konzept für Trainingsprogramme, die das Machen und Ausprobieren in den Mittelpunkt stellen, statt bloß graue Theorie zu vermitteln. Das Ziel: Menschen in verschiedensten Bereichen kreative Methoden und Prozesse verfügbar zu machen, die sie nach den Trainings direkt in ihrer Innovationsarbeit anwenden können.

Jetzt, da erste Unternehmen Trainings von M1ND in Anspruch nehmen, habe ich micht mit unserem Geschäftsführer Felix und meiner Kollegin Yara, die das Projekt nun federführend betreut, zu einem Gespräch über die Hintergründe zusammengesetzt. Selbst habe ich ebenfalls über einen längeren Zeitraum an der Entwicklung von Kompetenzmodellen und Trainingskonzepten mitgewirkt. Ich denke, das Konzept ist für alle interessant, die sich heute mit Innovation auseinandersetzen und wünsche viel Spaß beim Lesen und Kennenlernen der Protagonisten.

Iconstorm im Gespräch

Die M1ND Strategic Design Akademie

Felix, wie ist denn die Idee für eine Strategic Design Academie enstanden?

Felix: In Gruppen kreativ zu arbeiten ist eine etwas andere Idee von Design. Normalerweise steht ja der Designer als einzelne Person im Fokus, die sich einen Namen mit „ihrem“ Design macht. Aber heute braucht es nicht mehr die eine Idee und Lösung, sondern permanente Kreativität. Es ist ein Strom von Ideen notwendig, da die Welt komplexer geworden ist. In diesem nicht enden wollenden System an Herausforderungen braucht es also einen neuen Denkansatz, der nur mit der Vernetzung vieler verschiedener Menschen funktioniert. Und für das gemeinsame Lösen von Problemen bietet Design ja einige wirklich gute Methoden.

Die Kunst ist es allerdings, zu verstehen, wie Design in Gruppen funktioniert – und dafür braucht es einen klaren Prozess. Es gibt draußen das Framework dafür und bei vielen Unternehmen den Bedarf, Bedingungen zu schaffen, mit denen ich zu jeder Zeit in der Lage bin, Lösungen zu entwickeln. Bei einer Strategic Design Akademie soll man praktisch erfahren, wie man genau das hinbekommt. Das ist eine Idee, die mich schon länger bewegt hat, und ich bin froh, dass wir sie nun endlich umsetzen konnten.

 
M1ND richtet sich also vor allem an Unternehmen?

Yara: Das richtet sich an alle Menschen, die darin einen Wert erkennen. Natürlich geht es auch um Organisationen. Du kannst aber auch als Team zu uns kommen oder als einzelne Person. Wenn du Interesse hast, dann sprechen wir darüber, wo du Bedarf siehst, an welchen Punkten du in deiner Arbeit ausgebremst wirst, oder wo man ansetzen könnte, damit Teams besser miteinander funktionieren. Wir finden mit dir heraus, was du brauchst und dir wichtig ist, und erarbeiten für jedes neue Training ein individuell zugeschnittenes Programm.

Was Unternehmen angeht: Es geht darum, sie zu befähigen, Design nutzen zu können. Wir bieten dafür einen Rahmen und Begleitung, der sich an den jeweiligen Punkt richtet, an dem sich das Unternehmen gerade befindet. Was die sogenannte Design Maturity angeht, befinden sich Organisationen auf unterschiedlichen Reifegraden. Wir können und müssen alle Stufen ansprechen, denn, wenn du Design auf einem strategischen Level nutzen möchtest, musst du ja erstmal dahin kommen. Um dir dabei zu helfen, können wir dich über einen längeren Zeitraum begleiten, was das Ganze auch noch etwas schöner macht. Dann schauen wir, wann der Zeitpunkt kommt, loszulassen und dich auf deine eigene Reise zu schicken.

 
Felix: Das besondere an M1ND ist, dass wir unsere Kurse mit unseren Kund:innen gestalten und nicht vorher schon ein Programm festlegen. Wir sind offen für die Nachfrage der Unternehmen und helfen so gut es geht, die Leute da rein zu bringen. M1ND soll ein Framework sein, das dafür steht, dass Leute miteinander etwas entwickeln. Das kommt auch ganz stark aus unserer eigenen Arbeit: Bei Iconstorm arbeiten wir ja immer mit möglichst transparenten Prozessen, damit unsere Kund:innen nachvollziehen können, was wir gerade machen. Hier sind wir immer so stark, wie das Team ist. Die Produkte sind mit den Leuten verbunden, man hat verstanden, wo die Stärken und Schwächen der Menschen liegen.

Yara Dobra
ist strategische Designerin bei Iconstorm und treibt bei uns das M1ND-Projekt voran. Sie arbeitet unter anderem seit zwei Jahren an der HFWU Nürtingen im MBA Programm „Zukunftstrends und Nachhaltiges Management“

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Felix Guder
ist Iconstorm-Geschäftsführer und hat die Idee für M1ND ins Leben gerufen. Zusammen mit Yara hat er außerdem einen Lehrauftrag an der BGWA in Hanau zum Thema digitale Geschäftsmodelle.

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Die ganze Idee, auch für die Gestaltung und gerade den Ablauf der Trainings, kommt ja ganz stark aus unserer Praxis als Agentur.

Felix: Exakt. Ich durfte bisher immer ausprobieren, verwerfen und mich mit vielen Dingen im Kontext beschäftigen. Nun möchte ich diese Möglichkeit auch anderen geben. Die Idee für die Akademie ist eine Verknüpfung aus dem Bedürfnis unserer Kund:innen und unserer Idee für transformative Projekte. Iconstorm begleitet ja seine Kund:innen sehr eng, der gesamte Designprozess ist extrem transparent und partizipativ aufgebaut. Unsere Kund:innen gestalten mit uns  – und dabei sind letztendlich beide sehr erfolgreich. Die Idee des transformativen Projekts ist es, die Zusammenarbeit um Lern- und Reflexionselemente zu erweitern. Das bedeutet, dass unsere Kund:innen im Projekt Designmethodik und Prinzipien lernen und sich darüber auch bewusst sind. Sie lernen also aktiv das, was nun auch Inhalt der Trainings bei M1ND ist.

 
Yara: Felix hatte es ja schon gesagt: Ausprobieren und auch mal etwas schief gehen lassen, das braucht es heute. Wir sind in unserer Welt an einem Punkt, in dem wir uns über Jahrzehnte – man kann fast sagen: überprofessionelle – Strukturen geschaffen haben. In denen fällt es uns ganz schwer, neue Ideen zu haben und vor allem umzusetzen. Dafür braucht man Offenheit und einen geschützten Raum. Diesen Raum bietet uns ja Felix bei Iconstorm auch, man darf mutig sein, risikofreudig, sich etwas zutrauen. Es gibt viele Chancen, wie man auf eine sensible Art zusammenkommen und neue Ideen entwickeln kann. Das strategische Design hat für mich eine Sensibilität gegenüber jedem Menschen, der an so etwas beteiligt ist. Also warum das nicht auch anderen zeigen?

 
Könntet ihr denn mal etwas genauer auf die Trainings eingehen? Wie läuft denn dann sowas ab? Ich nehme nicht an, man sitzt in einem Seminarraum und vorne erzählt jemand etwas.

Yara: Natürlich gibt es auch Theorie, ganz ohne geht es ja nicht. Die Trainings sind aber sehr interaktiv gestaltet und wir haben immer eine Geschichte, die wir erzählen, um Theorie und Praxis zusammenzubringen. Es gibt intensive Teile mit Projektarbeit, es gibt Diskussionen. Wir achten außerdem darauf, dass die Gruppe genug Zeit hat, sich kennenzulernen, um gut miteinander arbeiten zu können. Zu Anfang sind die meisten in den Themen noch etwas unsicher, da brauchen wir klare Strukturen, wohingegen wir am Ende offenere Räume brauchen. Das entwickelt sich zum Ende hin zu einer Lab-Stimmung. Wir sind generell hands-on unterwegs und wollen in den Tranings auch richtig designen. Ich bin ja selbst jemand, der sich in Sachen stürzt und durchprobiert. Deshalb gehts mir nicht darum, bloß Wissen zu präsentieren und darauf zu hoffen, dass es aufgenommen wird. Die Menschen sollen es direkt ausprobieren und den Kontext verstehen: Wie gehen wir in der Gruppe mit einem Problem um, wie tue ich das als einzelne Person? Das geht nur, indem man Dinge anfasst.

 
Felix: Das kommt übrigens auch aus unserer Arbeit: Wir wissen, dass man gestalterische Fähigkeiten in jedem wecken kann. Dafür braucht es Bedingungen, in denen Menschen ihre Talente entdecken, ausprobieren, schärfen und verbessern können. Das bietet die Akademie – sie ist ein Labor für die eigene Lust und Fähigkeit, zu gestalten. Wir stellen eine Situation her, in der gutes Design stattfinden und damit eine Vielzahl von Problemen gelöst werden kann. So entwickelt man Designkompetenz, denn die umfasst nicht nur Methodenwissen, sondern auch deren Anwendung und das Mindset dabei. Wir begreifen Design dabei nicht mehr als Disziplin, sondern als Plattform.

Workshop-Session im ersten Pandemie-Winter: Zu zweit trafen Yara und ich uns im stillen ICO-Office zur Entwicklung der ersten Trainingskonzepte.

Stichwort Plattform: Wir sollten nicht vergessen, dass wir auch andere Leute einladen, unsere Programme als Trainer:innen mitzugestalten, richtig?

Yara: Ja, das ist richtig. Wir möchten eine Plattform schaffen, auf der Unternehmen und Facilitator aufeinandertreffen. Momentan sind wir dabei, unser Netzwerk auszubauen, während das Ganze ins Laufen kommt. Die vielseitigen Formate und Kurse bieten es ja gerade an, dass auch andere sich beteiligen. Unser aktuelles Citizen Design Training zum Beispiel befasst sich stark mit UX, wir könnten es aber auch so auflegen, dass Business Design oder ein anderer Bereich den Schwerpunkt bildet. Also, wenn ihre, liebe Leser:innen, Lust habt, in so einem Designtraining etwas beizutragen, dürft ihr euch auf jeden Fall melden. (lacht)

 
Felix, die Citizen-Design-Idee, mit der du dich aktuell befasst, passt ja eigentlich auch super in das M1ND-Konzept. Ich habe auch gesehen, dass ihr da sogar ein Training für entwickelt habt. Könntest du fnochmal kurz darauf eingehen, was es damit auf sich hat?

Felix: Ich finde auch, dass das sehr gut passt. Citizen Designer sind analog zur Idee der Citizen Developer zu verstehen. Da geht es darum, dass Menschen mit No-Code-Tools ohne Programmierkenntnisse Applikationen entwickeln können. Eine Citizen Designerin hat umgekehrt nicht im klassischen Sinne eine Designausbildung, aber das Handwerkszeug, um trotzdem in den Designprozess einzusteigen. Sie erkennt Probleme, kennt Methoden, mit denen sie bearbeitet werden können, und schafft Rahmenbedinungen, um sie zu lösen. Früher brauchte es für sowas eine Agentur, in Zukunft können das dann hoffentlich auch Leute in den Unternehmen selbst in Angriff nehmen. Wenn mehr Menschen ein Verständnis dafür entwickeln, wie man sowas macht, dann wird es auch viel effektiver, mit Partnern wie uns zusammenzuarbeiten.

 
Und das kann man ja in den Trainings. Wie erreicht man euch denn, wenn man eins machen will? Und gibt es auch sowas wie Angebote „von der Stange“, an denen man sich orientieren kann?

Yara: Auf der Website findet man auf jeden Fall Beispielprogramme, die wir genau so anbieten können, wie sie da stehen. Aber grundsätzlich können wir alle Trainings modifizieren und bieten eine Palette an Formaten, von Expat Talks, die zwischen einer und drei Stunden dauern, bis hin zu Deep Dives, die über Monate gehen können. Aber wie gesagt, das ist alles sehr individualisierbar; welche Expertise vermittelt werden soll, mit welchen Problemen wir uns im Training befassen. Es geht ja darum, zu allen Kund:innen, Bereichen, Kontexten, Anschlussfähigkeit schaffen zu können. Deshalb würde ich sagen, man kann sich entweder auf der Seite umschauen oder mich gerne auch direkt kontaktieren. Und natürlich erreicht man M1ND demnächst auch über LinkedIn und wir sind bald auch auf Instragram.

 
Super! Danke für das Gespräch.

 
Soweit unser Gespräch zum Kickoff von M1ND, der ersten(?) Strategic Design Akademie hierzulande. Falls euch besagte Trainings „von der Stange“ interessieren, habe ich sie hier noch herausgesucht:

Deep Dive: Citizen Designer for Digital Applications:
Masterclass: No-Code Revolution

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