Design für eine wünschenswerte Zukunft

future tools – Der World Usability Day 2019 im Rückblick

Am 21. November 2019 fand zum fünften Mal der World Usability Day Frankfurt statt. Kuratiert und durchgeführt von Iconstorm, mit Unterstützung unseres Partners und Gastgebers DB Systel und gefördert vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung.

Bereits zum fünften Mal in Folge veranstalteten wir von Iconstorm den World Usability Day Frankfurt. Diesjähriger Titel: Future Tools. Im obersten Stockwerk der ehemaligen Hauptverwaltung unseres Partners Deutsche Bahn diskutierten wir, welche Werte wir als Designer*innen für die Gestaltung einer lebenswerten Welt schaffen können. Im Mittelpunkt stand die Frage nach dem „Wie“: Welche Werkzeuge können wir nutzen, um die globalen Aufgaben von morgen anzugehen?

Impressionen des WUDFFM 2019: Mit Weitblick über die Frankfurter Skyline schlug die Veranstaltung unter dem Titel Future Tools die Brücke zwischen Design und nachhaltiger Entwicklung.

Designing For the Future We Want

Design nimmt in der Wirtschaft eine immer prominentere Rolle ein. Anhand des dmi:Design Value Index führte Tim Heiler, Design Director bei Iconstorm, in das Abendprogramm ein. Die Auswertung zeigt einen rasanten Anstieg im Wert derjenigen Unternehmen, die Design in den Fokus ihrer Strategie rückten. Namen wie Apple, Starbucks, Nike, IBM, Coca-Cola, Walt Disney oder Ford machen deutlich, dass sich dieser Trend nicht auf einzelne Branchen oder Teile der Welt beschränkt.

Das Kurator*innen-Team bei der Eröffnung des World Usability Day 2019: Iconstorm-Designer*innen Julia Riederer, Yara Dobra und Tim Heiler (v.l.n.r.) stellten das Programm für 2019 zusammen.

In den zuvor beschriebenen Erfolgsfällen geht Design über die rein ästhetischen Aspekte der Gestaltung hinaus und wird zum festen Bestandteil internationaler Konzerne. Hier bildet sich eine Praxis heraus, mit der sich nicht nur Produkte, Prozesse und Interaktionen gestalten lassen, sondern auch Systeme, Organisationen und Umgebungen. Diese vielfältigen Möglichkeiten waren titelbildend für den diesjährigen World Usability Day: „Designing For the Future We Want“. Nicht weniger als die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung haben die Vereinten Nationen als Zielbild für 2030 ausgeschrieben. Die Ziele umfassen wichtige globale Herausforderungen wie den Abbau sozialer und ökonomischer Ungleichheiten, das Beilegen von Konflikten und nachhaltiges Wirtschaften mit Blick auf Klima und Umwelt. Wir stellen fest: Die Anforderungen an Design werden immer anspruchsvoller, während Design an Einfluss gewinnt – damit steigt zugleich unsere Handlungsfähigkeit als Designer*innen. Darauf folgt die Frage, wie Design jetzt zur Lösung dieser globalen Herausforderungen beitragen kann.

 

Der WUD 2019 als Video

 

Von Brain Training bis Virtual Reality – Die Future Tools beim WUD 2019

Unsere Speaker beantworteten die Frage nach dem „Wie?“ aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Sie boten uns einen Abend voller neuer Anregungen, spannender Erkenntnisse, wertvoller Tipps und handfester praktischer Erfahrungen.

Den Umgang mit Komplexität trainieren – Lina Sjamsil-Monham
Den Umgang mit Komplexität trainieren – Lina Sjamsil-Monham

Lina Sjamsil-Monham (Positive Life Mapper) arbeitet seit 25 Jahren auf dem Gebiet neurowissenschaftlich informierter Coachings und Beratung. Mit zwei interaktiven Impulsen lockerte sie das Vortragsprogramm auf und zeigte ganz praktisch, wie wir den Umgang mit Komplexität trainieren können. Auf Grundlage von Erkenntnissen aus Hirnforschung, Psychologie und Sozialwissenschaften entwickelt Lina Übungen, die unser Bewusstsein für die Funktions- und Arbeitsweise unserer Gehirne schärfen. Ihre Kurztrainings machten dies direkt erfahrbar und zeigten, wie wir unser Gehirn fit für die Anforderungen der heutigen Welt machen können – nämlich dynamisch, allgegenwärtig, kollaborativ und agil.

Empathic Leadership als Erfolgsfaktor – Susanne Scheerer
Empathic Leadership als Erfolgsfaktor – Susanne Scheerer

In einem sehr persönlichen Vortrag stellte Susanne Scheerer (Empathic Organization) die grundlegen Prinzipien und Wirkung empathischer Kommunikation vor. Schon das Psychological-Safety-Konzept hat gezeigt, dass Teams dann besonders gut arbeiten, wenn die Beziehungen untereinander von Vertrauen und Achtsamkeit geprägt sind – wenn also die Arbeit in einem empathischen Umfeld stattfinden kann. Im Rahmen ihrer Beratungstätigkeit mit der Pop-up Schule für kulturelle Transformation forscht Susanne, wie Empathie fest in Organisationen verankert werden kann. Denn insbesondere in Zeiten stetigen Wandels kann Empathic Leadership als Tool zur Stabilisierung des nachhaltigen Erfolgs von Unternehmen zur ökonomischen Notwendigkeit werden.

Offenheit für Neues schaffen – Holger Eggert
Offenheit für Neues schaffen – Holger Eggert

Als Strategic Designer arbeitet Holger Eggert (Levelgreen) seit über 20 Jahren an der Schnittstelle von Produktstrategie und Organisationsstrategie. In seinem Vortrag erörterte er die Frage, wie eine Projektkultur geschaffen werden kann, in der offenes und agiles Arbeiten trotz gegenläufiger Bedürfnisse unterschiedlicher Stakeholder gelingt. Hierfür stellte er drei einfache, direkt anwendbare Werkzeuge vor, über die sich das Mindset aller Beteiligten verändern lässt. Etwa durch einen neuen Blick auf Ergebnis und Wirkung, Zielhorizonte und Performance-Indikatoren, sodass als Ergebnis in der Arbeitskultur wahre Offenheit für Neues entstehen kann – das seiner Meinung nach wichtigste Zukunftstool.

Sicher lernen in virtuellen Umgebungen – Usman Ghias
Sicher lernen in virtuellen Umgebungen – Usman Ghias

Usman Ghias ist Lead des Immersive Technology Teams bei der DB Systel und entwickelt Anwendungen im Bereich Virtual und Augmented Reality. In seinem Vortrag führte er durch die iterativen Entwicklungsschritte eines VR-Trainings, mit dem kritische Abläufe im Zugverkehr – etwa das Steuern eines Zugs oder Reparaturarbeiten – simuliert werden können. Warum virtuell? Da das Lernen in der virtuellen Umgebung ohne Gefahr für Mensch und Material stattfinden kann. Besonders aufschlussreich waren seine Erläuterungen der Learnings in Bezug auf die Evolution des Systems – von Schwierigkeiten im Handling der VR-Controller über die Berücksichtigung der Physis unterschiedlicher Nutzertypen bis hin zu kleinen, aber feinen Lösungen für die erleichterte Zusammenarbeit zwischen Trainer und Trainee.

Guter Konsum durch Kreislaufwirtschaft – Felix Guder
Guter Konsum durch Kreislaufwirtschaft – Felix Guder

Zum Abschluss des Abends reflektierte Iconstorm-Gründer Felix Guder in seinem Vortrag darüber, wie sich die so dringend nötige Veränderung unserer Lebenswelt statt über Konsumverzicht über die Umstellung zur Kreislaufwirtschaft bewerkstelligen lässt. Seine These: Konsum wirkt auch als kompensierendes Phänomen, das niemandem schadet, so lange Produkte im Kreislauf gestaltet werden. Als Gestalter*innen sind wir damit gefordert, über reines Experience Design hinauszugehen und unsere Kompetenzen und Designmethoden so anzuwenden, dass Transformational Design, Speculative Design und Design for Happiness möglich werden. Mit 12 Impulsen zeigte Felix Ansätze, wie aus der Theorie Praxis wird, sodass Kreislaufwirtschaft zukünftig zum Grundprinzip der Gestaltung von Produkten und Services werden kann.

Und es geht weiter: Future Tools 2020

Future Tools 2020 – Im kommenden Sommer schaffen wir Räume, die einladen, Future Tools nicht nur kennenzulernen, sondern besonders auch mit ihnen zu arbeiten und sie gemeinsam weiterzuentwickeln.

Die Idee der Future Tools führen wir mit einer Veranstaltung im Sommer weiter. Über mehrere Tage hinweg schaffen wir Räume, die einladen, Future Tools nicht nur kennenzulernen, sondern besonders auch mit ihnen zu arbeiten und sie gemeinsam weiterzuentwickeln. Neben dem gemeinsamen Lernerlebnis hoffen wir, den Startschuss für eine aktive Community zu geben, die sich gemeinsam auf den Weg in eine wünschenswerte Zukunft macht.

 

Sie möchten Future Tools unterstützen?

Für unsere Mission rund um Future Tools suchen wir aktiv Mitstreiter, Ratgeber, Helfer und Sponsoren aus allen Bereichen unserer Gesellschaft.

Schreiben Sie Ihre Ideen, Anregungen und Fragen an yara.dobra@iconstorm.com

 

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Danke

Unser herzlicher Dank gilt unseren Speakern für ihre inspirierenden Vorträge und den Iconstorm-Designer*innen Julia Riederer, Yara Dobra und Tim Heiler, die in diesem Jahr für die Organisation und das spannende Programm verantwortlich zeichneten. Darüber hinaus bedanken wir uns bei unserem Partner DB Systel für die wertvolle Zusammenarbeit und beim Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung für die finanzielle Förderung der Veranstaltung.