probleme lösen mit design thinking

5 Probleme, die Sie mit Design Thinking wirklich lösen

Design Thinking ist anerkannt als Methode zur kreativen Lösung komplexer Probleme.
Aber welche Probleme löst Design Thinking tatsächlich?

Ich wurde gebeten etwas knackiges zu Design Thinking zu schreiben. Etwas, das besser mit den gängigen Suchmustern übereinstimmt, die eine mögliche Leserschaft im Kopf hat. Ganz oben in der Waffenkammer von SEO und Social Media stehen dabei griffige Listen, die 3, 5, 7 oder gleich 10 Punkte eines Themas kurz und bündig abhaken. Jetzt sind Sie also hier. Danke! Ihr Suchmuster reagiert auf eine 5-zeilige Liste. Und ich soll jetzt liefern. Mache ich!

 

1 – Sie können mit Design Thinking jedes Problem lösen

Es liegt in der Natur der Sache, dass Design Thinking von der Herausforderung lebt. Je komplizierter, desto besser. Einzige Voraussetzung: Erinnern sie sich an Ashby’s Gesetz. Erhöhen Sie die Fähigkeiten ihres Design Thinking Teams mit Komplexität und unkontrollierbarer Variabilität von Problemen umgehen zu können, indem Sie im Team selbst für Komplexität und Variabilität sorgen. Laden Sie Menschen ein, von denen Sie selbst glauben, dass sie stören werden und unbequem sind. Geben Sie den wissenden und oft introvertierten Menschen die Chance, sich zu beteiligen. Schaffen Sie eine Atmosphäre der Inklusion. Stellen Sie sich ihr Team als ein Gehirn vor. Es wird leistungsfähiger, wenn sie vielfältige und unterschiedliche Disziplinen und Talente einbauen. Design Thinking übernimmt dann den Prozess der Zusammenarbeit. Dann können Sie sich an jede Herausforderung wagen.

 

2 – Sie können Probleme entdecken, die Sie noch gar nicht kennen

Es gibt einen schönen Witz über Designer: In dem wird gefragt, wie viele Designer man braucht, um eine Glühbirne zu wechseln. Sie können sich Ihre Antwort jetzt merken. Aber was würde ein Designer antworten? „Warum muss es denn eine Glühbirne sein?“ Der Witz spielt auf eine besondere Fähigkeit an, die Designer verinnerlicht haben und die auch im Design Thinking eine wichtige Rolle spielt. Es geht darum jede Situation zu hinterfragen. Den vermeintlichen Status Quo genauso wie eine gestellte Aufgabe oder ein Problem. Die Frage nach dem „Warum?“ eröffnet neue Horizonte und öffnet den Blick für tieferliegende und bisher verborgene Zusammenhänge. Design Thinking hat dieses Hinterfragen als wesentliches Element in den Prozess mit eingebaut. Die Phase Define endet im Point of View, der Ausgangsposition für den folgenden Ideenprozess. Und natürlich steckt in der Phase Define die Chance, das ursprüngliche Problem mit einem Anderen, Wichtigerem zu ersetzen.

 

3 – Sie können in Problemen gigantische Chancen entdecken

Es ist vielleicht die größte Stärke von Design Thinking. Nein, nicht die gemeinsame Ideation-Phase. Es ist der Beginn, wenn die Aufgabe in ihren Kontext untersucht wird. Das ist der Moment der Wahrheit, der Besuch am Tatort, live mit hoher Sensibilität für die Umgebung, beobachtend und mitfühlend. Statt das Problem zu isolieren, wird es mit seinem Umfeld verbunden. Und plötzlich eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten. Im Verständnis des Kontextes verändern sich Gewissheiten und andere Perspektiven werden möglich. Reframing heißt das Stichwort. In der Technik des Design Thinkings wird Reframing dazu benutzt, neue Möglichkeitsräume und Perspektiven zu schaffen indem man Bezugspunkte und Werte umkehrt. Zusammen mit der Kontextualisierung erlaubt Reframing eine Öffnung des Problemfeldes. Neue Zusammenhänge werden sichtbar und bieten sich als Ausgangspunkt für Lösungen an, die tiefer gehen und eine höhere Relevanz haben. Und spätestens dann, ist aus dem Problem eine Chance geworden.

 

4 – Sie werden sich nach ihrem Ausgangsproblem zurücksehnen

Das Zitat stammt von Michael Lopp, einem früheren Apple Entwickler: „Really good ideas wrapped up in other really good ideas.“ Genauso verhält es sich mit Problemen. Kaum haben Sie eines gelöst, fallen Ihnen 5 Neue auf, die noch gelöst werden müssen. Und jedes hat das Potenzial, Ihre mühsam erarbeitete Lösung völlig zu zerstören. Das ist Ihr Schicksal, wenn sie sich auf Iteration einlassen – das Risiko sinkt mit jeder Runde, aber der Einsatz steigt. Fail early ist leider kein Garant dafür, dass man nicht trotzdem auf der Zielgerade scheitern kann. Das gute an Design Thinking ist, dass Sie sich diesen Problemen aktiv stellen werden, denn es ist im Prozess praktisch unmöglich, dass Sie nicht von einem Teammitglied adressiert werden.

 

5 – Sie werden lernen, über Ihre eigenen Probleme zu sprechen

Mit dem Design Thinking Prozess werden Sie sehr schnell mit ihrer eigenen Unzulänglichkeit konfrontiert. Können Sie wirklich empathisch sein? Halten Sie echte Nähe zu einem Ihrer Kunden aus? Können sie Überforderung aushalten? Werden sie ungeduldig, wenn Andere langsamer sind als Sie? Wenn Sie Design Thinking richtig machen, werden Sie Grenzen überschreiten, ihre Vorstellungskraft erweitern und Achtsamkeit lernen müssen. Das ist keinesfalls leicht. Und daher gilt bei Design Thinking: People over process. Jeder Einzelne braucht ein Grundvertrauen ins Team, dass sich auch dadurch aufbauen lässt, dass man sich ab und zu mal über seine Sorgen und Schwierigkeiten austauscht.

Wenn Sie Design Thinking richtig machen, werden Sie Grenzen überschreiten, ihre Vorstellungskraft erweitern und Achtsamkeit lernen müssen.
Felix Guder

Fazit – Building a Brain

Wenn Sie jetzt gegen Ende des Beitrags verzweifelt weiter nach den 5 Problemen suchen sollten, die Design Thinking wirklich lösen kann, dann lesen Sie sich Absatz 1 nochmal selbst laut vor. Da steht „jedes Problem“. Auch die kleinen Probleme, die in Ihrem Unternehmen bremsen und behindern. Natürlich auch die Herausforderungen des Marktes. Auch die richtig schweren Brocken, ja selbst das Problem der Erderwärmung kann man leichter lösen, wenn statt auf die Experten einer Disziplin (z.B.: die Umweltminister) ein vielfältiges und leistungsfähiges Gehirn aus unterschiedlichsten Perspektiven und Fähigkeiten bauen würde. Mit diesem Bild im Kopf erscheinen die derzeitigen Lösungsversuche für die großen politischen Krisen auf der Erde in ihrer „Alternativlosigkeit“ geradezu grotesk.

 

Design Thinking – weiter gedacht

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